Irene Kohlbergers SALVETE

Trier

Trier

gilt als älteste Stadt Deutschlands, weil Trier vom Anfang an als Zivilstadt geplant war. Die Stadt wurde vor mehr als 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum (Augustus -Stadt im Land der Treverer) gegründet und war zwischenzeitlich und in Krisenzeiten immer wieder Kaiserstadt, für den westlichen Teil des Reiches.

          

Das bekannteste und eindrucksvollster Bauwerk ist die Porta Nigra. Das Stadttor wurde um 180 n. Chr. als nördlicher Zugang zur Stadt  dem heutigen Trier erbaut. In der Literatur findet man teils noch immer eine Datierung auf das 3. oder gar 4. Jahrhundert, doch hat sich die Annahme, das Tor sei ebenso wie die übrige römische Stadtmauer im späten 2. Jahrhundert erbaut worden, allgemein durchgesetzt. Der seit dem Mittelalter bezeugte Name Porta Nigra ist wohl von der dunklen Färbung abgeleitet, die durch die Verwitterung  des Sandsteins entstand. Sowohl der Name Porta Nigra als auch der Name Porta Martis werden erstmals in einem Werk aus dem 12. Jahrhundert, den Gesta Treverorum, erwähnt. Der übersetzte Abschnitt lautet: „Sie (die Treverer) nannten es Marstor nach Mars, den sie als Gott des Krieges ansahen; wenn sie auszogen zum Krieg, marschierten sie zu diesem Tor hinaus. Schwarzes Tor aber wurde es genannt wegen der Trauer, in der sie, wenn sie aus dem Feld flohen, durch es zurückkehrten.“ Dabei ging der mittelalterliche Autor davon aus, dass Trier im Jahr 2003 vor Christus von den Treverern erbaut worden sei, obwohl die Stadt tatsächlich erst ca. 16 vor Christus von den Römern gegründet wurde. Die Begründung für den Namen, die der mittelalterliche Autor liefert, entspringt aller Wahrscheinlichkeit nur der Phantasie.

Eine endgültige Fertigstellung hat das Tor nie erlebt. Beispielsweise sind die Bohrungen zur Aufnahme der Türangeln der Tore schon vorgefertigt worden. In die Drehachse der Tore ragen aber immer noch die  Bossen der nicht fertig bearbeiteten Quader, so dass ein bewegliches Tor niemals eingebaut werden konnte.

Auch für das ungeübte Auge macht die Porta einen unfertigen Eindruck, zum Beispiel sind die auf der  Fassade der Landseite vorgelagerten  Halbsäulen im völlig rohen Zustand belassen worden. Die Löcher, die mittelalterliche Metallräuber hinterließen, als sie die beim Bau verwendeten Eisenklammern und  Blaivergüsse zur Wiederverwendung heraus brachen, verstärken diesen Eindruck noch. Insgesamt wurden für den Bau ca. 7200 Steinquader verwendet, deren größte bis zu sechs Tonnen wiegen.

Heute ist die Mehrheit der Forscher heute der Ansicht, der Bau sei  ein repräsentatives Großprojekt gewesen, das nicht primär Verteidigungszwecken dienen sollte, unter Kaiser Mark Aurel begonnen worden und dann aufgrund finanzieller Engpässe unvollendet geblieben sei.

 

Der aus Sizilien stammende byzantinische Mönch Simeon ließ sich in dem Gebäude nach 1028 als Einsiedler nieder. Angeblich hatte er sich dort einmauern lassen. Nach seinem Tod 1035 wurde er im Erdgeschoss bestattet, und der Trierer Erzbischof Poppo erwirkte noch im selben Jahr seine Heiligsprechung durch den Papst. Dem Heiligen zu Ehren errichtete er das  Simeonsstift und baute das Tor zur  Doppelkirche um, in deren Unterkapelle Simeon bestattet war. Es wurden zwei übereinander liegende Kirchenräume angelegt, von denen heute noch eine  Apsis zu sehen ist. Der Orgelraum der Oberkirche am Westturm ist noch deutlich erkennbar. Da man für die Kirchennutzung nur einen Turm benötigte, wurde der zweite Turmaufbau der Porta Nigra kurzerhand abgerissen. Dies stellt die einzige bis heute sichtbare gravierende Änderung an der Bausubstanz dar.

               

Die eigentlichen Stadttore der Porta Nigra waren zugeschüttet worden, und man gelangte über eine Freitreppe direkt in das heute erste Stockwerk des Gebäudes. Die Funktion des Stadttores übernahm das Simeontor, was man direkt im Osten an die Porta Nigra anschloss. Dieses im Vergleich zur Porta kleine Tor wurde durch den 1389 erbauten sehr hohen Befestigungsturm, den so genannten Ramsdonkturm, geschützt.

Die Kirche und das Stift ließ Napoleon 1802 aufheben und bei seinem Besuch in Trier im Oktober 1804 verfügte er den Rückbau der kirchlichen Anbauten. Von 1804 bis 1809 wurde das Gebäude ausgekernt. Die Preußen vollendeten ab 1815 die Abbrucharbeiten, so dass nun wieder das römische Tor zu sehen ist. Lediglich den unteren Teil der mittelalterlichen Apsis ließ man aus denkmalpflegerischen Gründen stehen. Nach dem Abschluss der Arbeiten diente das Bauwerk als Triers erstes Antikenmuseum.

1986 wurde das Tor zusammen mit anderen römischen Kulturdenkmälern in Trier und Umgebung von der UNESCO in die Liste des  Welterbes aufgenommen.

 

 Hohe Domkirche St. Peter zu Trier

ist die älteste Bischofskirche Deutschlands und die Mutterkirche des Bistums Trier. Mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern ist das bedeutende sakrale Bauwerk abendländischer Baukunst das größte Kirchengebäude der Stadt  Trier.

Der Dom steht über den Resten eines prächtigen römischen Wohnhauses. Im Zuge der von Kaiser Konstantin eingeleiteten „ konstantinische Wende “ hin zum Christentum wurde eine Basilika errichtet, die unter Bischof Maximin (329–346) zu einer der größten Kirchenanlagen Europas mit vier Basiliken, einem Baptisterium und Nebengebäuden erweitert wurde. Um 340 entstand der sogenannte Quadratbau, der Kern des Domes mit vier monumentalen Säulen aus dem Odenwald (Domstein).

Römische Zeit

Als Kern der mittelalterlichen Siedlung geriet der Trierer Dom seit 1843 in das Interesse archäologischer Forschung. Größere Ausgrabungen fanden besonders nach dem Zweiten Weltkrieg  bis 1981 statt. In den ältesten Schichten konnte vor Ort ein vornehmes römisches Wohnquartier des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr. festgestellt werden. Dazu gehörte unter anderem ein reich mit Wand- und Deckenmalereien verzierter Prunksaal mit Kassettendecke. Die reiche Ausstattung hat dazu geführt, dass die Anlage teilweise auch einem spätantiken Palastbau zugeschrieben wird.

Die Wohnbebauung wurde im frühen 4. Jahrhundert abgerissen und planiert. An ihrer Stelle errichtete man eine Doppelkirchenanlage mit zwei nach Osten ausgerichteten, dreischiffigen Basiliken, von denen besonders die zahlreichen Säulenstellungen nachgewiesen wurden.

Gegen Ende des vierten Jahrhunderts wurde die nördliche Basilika nach einer Zerstörung nochmals umgebaut und im Bereich der Vierung ein Quadratbau mit einer Seitenlänge von 41,5 m errichtet. In der Mitte dieses Baukörpers lag ein erhöhtes Podium, an den die vier Ecken wurden als Ersatz für durch Brand geborstene Granitsäulen wiederverwendete Säulen ( Spolien) aus  Kalkstein eingesetzt.

Die  Kirchenanlage des 4. Jahrhunderts wurde von den Franken zerstört, der Quadratbau und die nördliche Basilika wieder aufgebaut. Eine weitere Zerstörung erfolgte 882 durch die Normannen.

Ab der Amtszeit des Bischofs Egbert wurde der Dom erweitert und neugestaltet. Die Westfassade ist ein typisches Beispiel der Baukunst unter den Saliern. Der Westchor wurde 1121 geweiht.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die schon früher geplante Heiltumskapelle, zu der der monumentale Aufbau mit Pilgertreppen im Inneren des Ostchores gehört, angebaut. Dort wird der  Heilige Rock aufbewahrt. Nach einem Brand des Dachstuhls am 17. August 1717 wurde der Dom von 1719 bis 1723 durch Johann Georg Judas umgestaltet und erhielt Querhaus, die Osttürme wurden mit barocken Hauben versehen. Auch ein Großteil der Inneneinrichtung stammt aus dieser Zeit.

             

 Im 19. Jahrhundert erfolgten mehrere Restaurierungen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, das mittelalterliche Erscheinungsbild wiederherzustellen; so ersetzte man 1883 die barocken Hauben der Osttürme durch neugotische. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom schwer beschädigt, konnte aber relativ rasch wiederaufgebaut werden.

Ausstattung

Reliquien und Grabmäler

Der  Heilige Rock ist die bekannteste Reliquie im Domschatz. Sie wird in einem Anbau unter einem Schutzglas in einem Holzbehältnis aufbewahrt und nur sehr selten der Öffentlichkeit präsentiert, ähnlich wie das Turiner Grabtuch. Deckeneinwölbung des Westchores, vertäfelung des Chorumganges, Altarblätter und Kanzelgestaltung sind Werke der barocken Ausschmückung, wodurch der Dom als Bauwerk, nahezu sechzehnhundert Jahre architektonischer Stilgeschichte umspannt.

Dommuseum

Im barocken Zubau des Domes ist auch der Domschatz untergebracht: Ein überaus wertvolle Sammlung, die ihresgleichen sucht. Reliquien sind körperliche Überreste eines Heiligen oder Gegenstände aus seinem Besitz. Sie genossen als sichtbare Zeichen seiner individuellen Unterstützung und Fürbitte hohe Wertschätzung. Von besonderer Bedeutung waren die Reliquien des Domes, die neben dem hohen Alter den besonderen Rang und das Ansehen der Trierer Kirche begründeten. Nach der um 1100 entstandenen Trierer Bistumschronik, den Gesta Treverorum, hat die Heilige Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, dem Trierer Bischof Agritius (gestorben 330/35) ihren Palast geschenkt, der dann zum Dom umgebaut wurde. Außerdem brachte sie eine Reihe bedeutender Reliquien nach Trier: Neben dem Heiligen Rock und dem Leichnam des Apostels Matthias einen Zahn des Heiligen Petrus, den Heiligen Nagel und die Sandale des Heiligen Andreas. In Reliquiare, in kostbare Werke der Goldschmiedekunst eingebunden, bilden diese Reliquien noch heute den Kernbestand des Trierer Domschatzes.

 Liebfrauenkirche

Die Liebfrauenkirche in Trier befindet sich unmittelbar neben dem Trierer Dom im Zentrum der Stadt. Sie gilt zusammen mit der Elisabethkirche in Marburg als älteste gotische Kirche in Deutschland und als bedeutendster und frühester gotischer Zentralbau des Landes. Die Liebfrauenkirche in Trier ist ein Juwel mittelalterlicher Baukunst und ein Kulturdenkmal von hohem kunsthistorischem Rang. Sie ist nicht nur die früheste gotische Kirche in Deutschland, sondern auch das bedeutendste und früheste Beispiel eines gotischen Zentralbaus in diesem Land.

Über den Bauresten der südöstlichen Basilika der frühchristlichen Kirchenanlage begann um 1235 der Bau der Liebfrauenkirche zu Trier. Anlass für den Neubau unter Erzbischof Theoderich von Wied (1212-1242) war offenbar die Baufälligkeit des Vorgängerbaus: Die Südkirche der Kirchenanlage aus konstantinischer Zeit (4. Jh. n. Chr.) war im 10. Jahrhundert wiederhergestellt, aber zwischenzeitlich sanierungsbedürftig geworden.

Die Liebfrauenkirche war bereits einige Jahre im Bau, als die finanziellen Mittel ausgingen. Daraufhin führte der Erzbischof Konrad von Hochstaden im Jahre 1243 in seiner Diözese Köln eine Kollekte durch, die eine Fortsetzung der Arbeiten ermöglichte. Etwa um 1260 konnte der Bau wohl abgeschlossen werde.

Maßgeblich beteiligt an der Entstehung und Ausgestaltung der Liebfrauenkirche waren lothringische Baumeister und Künstler des 13. Jahrhunderts. Die beherrschende architektonische Idee dieser Zeit war die in Frankreich bereits hoch entwickelte Gotik mit ihrer architektonischen Klarheit und geometrischen Strenge. Sie enthielt nicht nur ein neues konstruktives Prinzip, sondern war zugleich der Stein gewordene Ausdruck einer theologischen Aussage. Diese kann an der Liebfrauenkirche besonders gut nachvollzogen werden.

So stellt der Grundriss der Kirche, die unter anderem der Mutter Gottes geweiht ist, eine „rosa mystica“, eine „geheimnisvolle Rose“ dar. Der Grundriss des über mehrere Geschosse aufragenden Zentralbaus entwickelt sich aus einem Vierungsquadrat, das durch streng geometrisch begründete Drehungen und Vergrößerungen Lage und Maße der Schiffe und Kapellen sowie der Pfeiler und Säulen bestimmt. Der Querschnitt lässt die Außenmauer durch eine Vielzahl von polygonalen Kapellen (Apsidiolen) wie eine gleichmäßige Anordnung von Blütenblättern erscheinen. Darin enthalten ist ein Kreuz, dessen östlicher Hauptarm etwas länger ist als die übrigen Seitenarme.

Vier Portale führen in die vier Himmelsrichtungen hinaus – gemäß dem theologischen Auftrag an die zwölf Apostel „in alle Welt“ zu gehen. Zwölf Säulen mit Apostelbildern stützen den Zentralbau der Kirche. Sie stellen im übertragenen Sinne das Fundament der Kirche dar. Auf der zentralen Kuppel sitzt der Vierungsturm, der bis zu seinem Einsturz 1631 ein hoher Spitzturm war.

Eine Fassade im eigentlichen Sinne gibt es nicht – am Westportal ist lediglich eine Vorderseite mit reichem Figurenschmuck versehen. Im Tympanon, unterhalb des Giebels, sieht man den Beginn der Heilsgeschichte, im Giebel die Vollendung durch den Kreuzestod. Das Bogenfeld und die Fenster zeigen die Vorgeschichte mit Abraham und Noe, die Voraussagungen der Propheten sowie die Verkündigung an Maria. Am Nordportal, dem heutigen Eingang zur Kirche, versinnbildlichen symbolhafte Pflanzen an den Portalwänden das Paradies.

Die Liebfrauenkirche ist ikonologisch und architektonisch ein Unikat von unvergleichlichem kulturellen Wert.

Die Liebfrauenkirche wurde während des Zweiten Weltkrieges schwer beschädigt. Das ursprüngliche Inventar fast vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau passte man die Ausstattung (Altar und Kanzel) den Bedürfnissen der modernen Liturgie an und richtete eine Altarinsel nach Plänen des Architekten Rudolf Schwarz ein. Die neuen farbigen Glasfenster verstärken den ursprünglichen mittelalterlichen Raumeindruck.

Zwischen 1245 und 1270 entstand der gotische Kreuzgang, der eine Verbindung vom Dom zur Liebfrauenkirche herstellte. Ein Kreuzgang, der in seiner Schlichtheit bezaubert.

 

 

 

Die Konstantinbasilika in der Stadt war eine römische Palastaula und beherbergt den größten Einzelraum, der aus der Antike erhalten geblieben ist. Die Kirche liegt in der Mitte einer 700 m langen Niederterrasse, die sich von Dom und Liebfrauenkirche über die Palastaula bis zu den Kaiserthermen im Süden erstreckt. Der Innenraum des Bauwerks ist 67 m lang, 27,2 m breit und 33 m hoch. Im Mittelalter gehörte die Basilika zusammen mit dem Kurfürstlichen Palais zur erzbischöflich-kurfürstlichen Residenz. Im Jahre 1856 wurde die  Basilika „auf ewige Zeiten“ der evangelischen Kirchengemeinde übergeben und seitdem als Kirche unter dem Namen „Kirche zum Erlöser“ genutzt.

Das Kurfürstliche Schloß, das sich neben der Basilika erstreckt, ist ein Barockbau, der alle Zeichen der Verspieltheit aufweist, die das damalige Lebensgefühl der Adeligen repräsentierte. Auch der dazugehörige Garten fehlt nicht, der heute als Erholungsraum vor dem Rheinischen Landesmuseum genützt wird.

                 

 

Rheinische Landesmuseum

Das Museum gibt einen sehr schönen Überblick über die römische und mittelalterliche  Vergangenheit Triers. Gemäß dem offiziellen Text des Museums stammen fast alle Exponate aus Ausgrabungen in Stadt und Region Trier. Zweimal täglich findet im Raum der Römischen Grabmonumente ein mediales Raumtheater statt. Die komplette Halle wird verdunkelt und mittels Ton und Licht und animierten Filmsequenzen erwachen die Grabmonumente zu neuem Leben. Erzählt wird die Geschichte eines Römers, der den Tod seiner geliebten Frau nicht verwinden kann und der den Gott Merkur überzeugt, ihn in das Totenreich mitzunehmen. Der Zuschauer wandert mit der Geschichte durch den Raum und wird umhüllt von Bildern und Klängen. Es ist ein wenig gewollt und auch nicht mit einer professionellen Dokumentation vergleichbar, aber wenn man sich auf die Geschichte einlässt, dann beginnt die seltsame Atmosphäre auf eine eigene Art zu wirken….

 Neben den römischen Fundstücken sind im Landesmuseum auch romanische und gotische Bildwerke zu sehen, die mir in ihrer Einfachheit und geistiger Ausstrahlung besonders viel Freude machten.

                              

 Die Kaiserthermen

Zu den Hauptattraktionen Triers zählen ohne Zweifel die Kaiserthermen, die jüngste der drei römischen Badeanlagen Triers. Zu Anfang des 4. Jahrhunderts begonnen, gehörten sie zu den größten Badeanlagen des römischen Reiches. Eine Umgestaltung der Kaiserthermen in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts hatte wahrscheinlich die Errichtung eines repräsentativen Kaiserforums zum Ziel. Wie alle anderen römischen Großbauten der Stadt wurden auch die Kaiserthermen im Mittelalter als Steinbruch ausgebeutet.

Am Eingang der Kaiserthermen gelangt man zunächst in das »caldarium«. Dieser frühere Warmbadesaal bietet in der heutigen Zeit ausreichend Platz für Theateraufführungen mit bis zu 650 Sitzplätzen.

Das ankommende kalte Wasser wurde in insgesamt sechs Kesselräumen aufgeheizt, von denen noch vier sichtbar sind. Die Gemäuer der Kaiserthermen - oder was von ihnen übrig war - dienten später als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer.

Das jetzt etwa 40 Grad heiße Wasser wurde in die drei halbkreisförmigen Badebecken geleitet, wo es von einer Fußbodenheizung, die auch den übrigen überwölbten Raum heizte, heiß gehalten wurde. Vom Caldarium aus kann man in die unterirdischen Bedienungsgänge hinabsteigen oder zum Kaltbad (Frigidarium) hinübergehen.

St. Paulin Kirche

1734 legte Kurfürst und Erzbischof Franz Georg von Schönborn auf den Mittelschiff-Fundamenten der romanischen Kirche den Grundstein zum Neubau der Kirche, den er aus eigenen Mitteln finanzierte. Der neue Bau war eine einschiffige Barockkirche, deren architektonische Leitung Christian Kretzschmar zugeschrieben wird. Vor allem wird mit dem Kirchenbau jedoch der Name Johann Balthasar Neumanns verbunden, der die reichhaltige Innenausstattung des hellen Kirchenraums entwarf. Christoph Thomas Scheffler (1743) zeichnete für die Deckenfresken verantwortlich, auf denen die Geschichte des heiligen Paulinus und das Martyrium der Thebäischen Legion dargestellt sind. An den Wänden und der Decke sind außerdem weiße Stuckaturen ausgeführt. Der Hochaltar (nach Entwürfen Balthasar Neumanns), das Chorgestühl und weitere Ausstattungsstücke der Kirche wurden in der Werkstatt des Bildhauers Ferdinand Tietz hergestellt. 1756 wurde die Arbeit an der Orgel durch den Trierer Orgelbauer Romanus Benedikt Nollet vollendet. 1757 wurde die barocke Kirche geweiht.

              

Wir haben Glück, weil die Kirche gerade offen ist und von einer Schwester der blumenschmuck erneuert wird und ich versinke in den überragend gestalteten Deckenfresken. Doch verdient die gesamte Kirche unsere Bewunderung: Der helle Chor mit der filigranen Altaraufbau bis hin zu leicht geschwungenen Orgelempore!

 
Der Heilige Rock von Trier

Nach dem Evangelium nach Johannes wurden die Gewänder Jesu nach dessen Kreuzigung in vier Teilen unter den römischen Soldaten verteilt. Das Untergewand oder der „Leibrock“ (gr. χιτών) jedoch sei nicht geteilt, sondern einem der Soldaten zugelost worden, da es „von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht“ war (Joh 19,23-24 ) Der Überlieferung nach soll Helena, die Mutter Konstantins des Großen, den Heiligen Rock nach Trier gebracht haben.

Urkundlich erwähnt wurde der Heilige Rock erstmals am 1. Mai 1196, als Erzbischof  Johann I. den Hochaltar im damals neu errichteten Ostchor des Trierer Domes weihte und die Reliquie darin einschloss. Als Kaiser MaximilianI. anlässlich des Reichstags 1512 nach Trier kam, verlangte er, den „Heiligen Rock“ zu sehen. Erzbischof Richard von Greiffenklau ließ in Anwesenheit des Kaisers sowie vieler Bischöfe und Prälaten den Altar öffnen. Daraufhin forderten die Bürger lauthals, dass ihnen der Rock gezeigt werde. Das Domkapitel ließ – so zeigen es zeitgenössische Holzschnitte – an der Westapsis des Domes einen Balkon errichten, von dem aus ab dem 30. Juni mehrere Präsentationen („Zeigungen“) stattfanden. Bis 1517 fanden dann jährlich Wallfahrten zum "Heiligen Rock" nach Trier statt. Die nächsten Termine waren im Sieben-Jahres-Rhythmus festgelegt: 1524; 1531; 1538 und 1545. Wegen kriegerischer Auseinandersetzungen und reformationsbedingter Unruhen wurde der Rhythmus zunächst ausgesetzt, dann eingestellt.

Der „Heilige Rock“ wurde von 1628 bis 1794 mit einigen Unterbrechungen für insgesamt mehr als 140 Jahre auf der Festung Ehrenbreitenstein bei Koblenz aufbewahrt. Der letzte Trierer Kurfürst Clemens Wenzeslaus nahm die Reliquie mit nach Augsburg, von dort kehrte sie erst 1810 wieder nach Trier zurück.(nach Wikipedia)

     Zustand der Reliquie

 „Die durchgehenden Stofflagen des Vorderteils der Tunika bestehen heute, von innen nach außen gesehen, aus rotbraunem Seidensatin, aus bräunlichem Tüll und aus grünlichem Taft. Dieser Taft verfügt über eine Auflage von alten Stofffragmenten, die durch Gummitragant verbunden sind. Der Rückenteil besteht aus rotbraunem Seidensatin, bräunlichem Tüll, feiner Seidengaze, einer Filzschicht, grünlicher Taftseide, einer weiteren Filzschicht und Seidengaze. Es ist davon auszugehen, daß die Wollfasern, die heute einen teils zusammenhängenden, teils zerbröckelnden Filz bilden, das Kerngewebe darstellen. Dessen Alter kann nicht mehr genau bestimmt werden. Insgesamt hat das Gewand seine textile Oberfläche vollkommen verloren.“

 Da heuer 2012 wieder ein Jahr war, wo der "Heilige Rock" wieder einige Zeit ausgestellt war, hat man eine Ausstellung im Diözesanmuseum zusammengetsllt, die sich mit der Geschichte der Verehrung befasst.

Daneben gibt es noch eine große Überraschung - ein Deckenmosaik aus der Römerzeit - nahezu völlig erhalten, allerdings in winzige Mosaiksteine zerbrochen, das in mühseliger Restaurationsarbeit wieder hergestellt wurde und im Diözesanmuseum in einem eigenen Raum ausgestellt ist.

 

 

 Daneben gab es eine Fülle von gotischen Szenen und geschnitzten Gestalten, die wunderbar waren. Besonders faszinierend die Szene: Hl. Familie auf der Flucht nach Ägypten. Selten genug werden zu dieser Zeit wirkliche Menschen als Modelle so lebendig wiedergegeben.

              

 

Trier als Stadt von heute

Was soll man dazu sagen? Wunderschöne Plätze und Gebäude betimmen die Stadt. Die weit zurückreichende Geschichte und alle Stilepochen verleihen der Stadt einen unnachahmlichen Glanz. Darüber hinaus umweht Trier ein nahezu südliches Flair, das nicht zuletzt durch die Weite der Straßen und Plätze - die palastartigen Häuser und das beinahe überfließende touristische Leben bedingt scheint.

   

 

 

 

print